Hinfortsein


Es wird langsam Zeit für Veränderung ist nicht wahr. Es ist immer Zeit für Veränderung, weil immer Zeit ist und Zeit ist immer Veränderung. Leben ist Veränderung, ist Bewegung. Auch ich bin heute nicht wer ich gestern war und ich weiss nicht wer ich morgen bin. Wer bin ich? Ich bin das immer Andere, das immer Neue. Alles was ich war und bin gehört zu mir. Früher sagte ich mir immer: Achte darauf, dass du dich selbst bleibst! Aber wer ist das, den ich bleiben will? Und warum soll ich nicht anders werden? Ich lebe doch und also bewege ich mich. Es ist Trug, dass Konstanz Sicherheit ist. Sie ist Scheinsicherheit, weil es sie gar nicht gibt. Warum, wenn ich gar nicht gar nicht kann, soll ich mich also an ihr festhalten. Ich halte mich lieber an die Bewegung. Sie nimmt mich mit, trägt mich weiter, hält mich am Leben. Eigenartig, dass genau die Veränderung, die das einzig Sichere im Leben ist, uns verunsichert. Mich verunsichert, um präzis zu sein. Ich habe Angst mich zu verlieren, obwohl ich ja erst durch die Veränderung bin. Ich habe Angst den Halt zu verlieren, obwohl er in der Veränderung liegt. Ich ängstige mich, als führte Veränderung ins Leere, obwohl gerade und nur sie nicht ins Leere führt, sondern ins Neue. Und da will ich doch hin. Ja, ich will nicht bleiben, ich will werden. Oder anders gesagt: ich bleibe nicht, ich bin.

öbbis guets zmittag


 

Di Bössi Arina hetmi fasch ufgfrässä !
lg meli

ps:ih ihrem mage isches ohh schön…
lg ricarda

ps2: und dört drin schwümmt si iz im nutella :-)
lg arina


Nadine schnuppert Jugendarbeitsluft


 

Tag 1. bei der Jugendarbeit
Ich habe mich schon sehr gefreut bei der Jugendarbeit zu Schnuppern.Ich hatte sehr viele Vorstellungen, was mich erwarten würde. Zuerst bekam ich eine Einleitung in das grundsätzliche, was man alles wissen muss wie die wichtigsten Grundlagen der offenen Kinder und Jugendarbeit aufgebaut sind und was man alles damit machen kann. Ich war sehr überrascht als mir Nadja erzählt hat, das es sogar getrennt für Mädchen und Jungen Projekte gibt (Mädchen- und Bubenarbeit). Am Nachmittag ging ich alle Gemeinden die die Jugendarbeiter unterstützen anschauen. Es war spannend wie gross das Gebiet der Jugendarbeit ist und wo überall etwas läuft.

Tag 2. bei der Jugendarbeit
Am zweiten Tag hatte mir Urs den Auftrag gegeben, eine kleine Umfrage mit Jugendlichen in Bätterkinden zu machen. In dieser Umfrage ging es um den Zentrumsplatz in Bätterkinden. Zuerst musste ich diesen Platz richtig anschauen und mir Gedanken über alles was darauf läuft machen. Danach machte ich mit Urs einen Plan über die Aktivitäten und die unterschiedlichen Leute auf dem Platz. Am Nachmittag durfte ich meine Umfrage beginnen, trotz dem schlechten Wetter hatten sich viele Jugendliche an dieser Umfrage beteiligt. Ich war überrascht was alles für Antworten aufgetaucht sind. Hier sind die Fragen und Antworten!

Der Plan mit den Treffpunkten der Jugendlichen und mit den Wegen und Gebäuden. Wir haben auch über die Probleme und auch über die guten Dinge gesprochen.

Tag 3. bei der Jugendarbeit
Der letzte und der anstrengendste Tag (ich war ein wenig krank). Der Tag fing mit einem gemütlichen Tee an und ging weiter mit Text schreiben. Ich musste alle Fragen und Antworten meiner Umfrage eintippen. Dann habe ich zusammen mit Urs das ganze auf die Internetseite der Jugendarbeit gestellt. Zum Schluss haben wir die drei Schnuppertage zusammen besprochen. Diese drei Tage haben mir gezeigt, was man in dem Berufsfeld “Jugendarbeit” machen muss und wissen soll. Ich danke Nadja Urs und Arina dass sie mir ein bisschen von ihrem Alltag zeigen konnten.

Nadine Musa

April


Es ist April. Es ist sogar sehr April. Es blüht an allen Ecken und Rändern und der Boden ist Regenschwer. Die zweite Hälfte meines Praktikums hat längst begonnen, die Tage rasen und grasen mir die Zeit unter den Barfüssen weg. Ich versuche zu verdrängen, dass bald der Sommer und mit ihm das Ende meines Praktikums kommt. Doch vor dem Ende kommt erst mal der Anfang. Der Anfang meines Praxisprojekts. Und den schiebe ich seit Langem vor mir her, weil ich zuviele difuse Gedanken im Kopf habe und nicht weiss, wie ich sie in eine Form bringen soll. Ich steh vor einem Berg. Aber heute will ich mich kneifen. Ich zieh meinen Gedanken Bergschuhe an und erklimme gnadenlos den Gipfel, bis ich die Projektskizze geschrieben habe. Und dann gehts los.

Du willst die Welt ändern? Dann lerne zu lieben.


Gedankenflug


Auf dem Dach tanzt der Regen.

Die Bettdecke umarmt mich. Wie der Himmel, nur trocken.

Im Spiegel sehe ich meine Augen, als wär ich mich selbst.

Wer ist das?

Ich hab schon wieder vergessen zu joggen.

Die Milch rinnt durch meine Kehle – eiskalt. Ungesund.

Meine Schritte knarren verstohlen auf den hölzernen Stufen. Ich glaub die Nachbarn sind schon fort.

Mein Sein fühlt sich an, als ob es schwämme.

Aber ich bin ruhig.

Es ist mir einerlei, dass meine Haare nicht gekämmt sind.

Die Zweige blühen. In meinen kühlen Händen sind sie nass vom Regen.

Ich habe gar nie bemerkt wie es hier riecht.

Zum Glück bin ich nicht stumm.

Der Reissverschluss klemmt. Wie gut, dass mich Kleinigkeiten nicht nerven.

Irgendwie möchte ich aufräumen.

Kann man etwas finden, ohne danach gesucht zu haben?

Ich glaube das Himmelblau schläft heute. Hinter den Wolken.

Wenn man eine Pfütze umdreht, ist sie der Himmel.

Wo richte ich meine Unruhe hin?

Verrückt. Fünf verschiedene Menschen und es fühlt sich dennoch an wie ‘wir’.

Ich schäme mich nicht, zu singen.

Ballone gehören zur Poesie. Wie Zuckerwatte. Und Seifenblasen.

Eigentlich schmecken mir Mohrenköpfe gar nicht.

Ihr Gesicht sieht aus wie unter Makeup.

Ich werde nicht sterben, wenn ich mit geschlossenen Augen fahre.

Wo ist nirgendwo, wenn überall irgendwo ist?

Ich sähe gerne das Gesicht des Mannes, der eben eine Papiertüte aus dem fahrenden Auto warf.

Vielleicht bin ich glücklich, weil ich liebe.

Es riecht nach Zuhause.

Wie gut es tut, auszuatmen.

Chillout, chill in



Nun ist die Eröffnung des Jugendtreffs Chillout zwar schon eine Weile her, aber meine Gedanken riechen immernoch nach Putzschwämmen und Zuckerwatte.

Die Erneuerung des Treffs war für mich ein spannendes Lernfeld. Ich konnte mich üben in meiner Rolle als Organisatorin und Animatorin, arbeitete partizipativ mit den Kindern und Jugendlichen zusammen und lernte auch mehr Verantwortung zu übernehmen. Ausserdem war es eine sehr kreative Arbeit; Ich konnte den Prozess mitgestalten, die Arbeitstage, die Raumeinrichtung, das Eröffnungsfest. Ich lernte auch den Umgang mit der Freiwilligkeit und der damit verbundenen teilweisen Nicht-Planbarkeit unserer Arbeit. Man weiss oft nicht wieviele Jugendliche kommen werden, ob sie motoviert sind, welche Anliegen sie mitbringen. Immer wieder ist Flexibilität gefragt, spontanes Abwägen von Möglichkeiten. Aber genau dieses Unvorhergesehene finde ich spannend und motivierend.

Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen war an den einzelnen Arbeitstagen sehr unterschiedlich. Am erstaunlichsten fand ich, dass sich sehr viele Kinder zum Putzen einfanden! Ich lobte die fleissigen Kids, motivierte sie, zog bewusst auch die Jungs mit ein und half selber mit. Ein Junge sagte auf einmal zu mir: “Zu Hause putze ich nie. Ich habe nicht gewusst, dass Putzen so Spass machen kann!”

Auch beim Einrichten halfen die Kids mit und montierten Malereien, Spiegel, Lichterketten, Gummienten, einen Gartenzwerg und eine spiegelnagelneue Discokugel. Für den Eröffnungstag organisierten wir mit den Kids zusammen Programm und Leckereien. Wir organisierten den Rahmen und nahmen dann die konkreten Ideen der Kids auf.

Und der Eröffnungtag kam. Das Chillout füllte sich mit kleinen und grossen Besuchern. Nebst Kindern, Jugendlichen und Eltern waren auch der Gemeinderat und die Jugendkommission vertreten. Nebst kunterbuntem Ein und Aus gab es auch offizielle Eröffnungsansprachen, Spiele, ein Murmelbahnbauen und vor allem: Zuckerwatte! Nach Herzenslust konnten Kinder und Jugendliche Unmengen weisser Luft zu endlossüssen Knäueln drehen. Da sind glänzende Augen garantiert!

Am Abend überliessen die Erwachsenen den Jugendlichen das Feld. Das neue Sofa wurde eingechillt und die Jugendlichen versammelten sich zum Showtime. Mutige junge Frauen gaben im Lichttanz der Discokugel ihre Singstimmen zum Besten, Jungs tanzten Tectonic und Streetdance, ein spektakuläres Einrad kurvte über die Tische und die Ohren füllten sich mit  Beatboxing.

Und als ich alledem zusah und in die lachenden Gesichter der Kids blickte, da quoll mein Herz über vor Glück. – Ich sah kein Fest für die Jugend, sondern ein Fest der Jugend. Ein Fest, an dem sich Jugendliche engagierten und organisierten, Jugendkultur zum Ausdruck brachten und ausgelassen feierten. Ein würdiges, tausendprozentig positives und unvergessliches Einweihungfest! Und so prosteten wir mit zuckerdicken, alkoholfreien Drinks auf die Zukunft des Treffs und auf alle, die bei der Erneuerung so tatkräftig mitgearbeitet hatten.

Danke euch!

Mein Lieblingsfoto des Tages -
Jugend zwischen Zuckerwatte und Kultur.

Der Mainstream ist tot


Früher glaubte ich an den Mainstream.
Und vor allem glaubte ich, nicht dazu zu gehören.
Ich ekelte mich an uniformierten Gedanken und gleichklingenden Meinungen.
Ich wollte nicht zu all den auswechselbaren Erscheinungen und mutlosen Mittätern gehören.
Man lernte mir, dass ich nicht man bin.
Und ich glaubte es.
Heute weiss ich, dass es gar keinen Mainstream gibt, weil alles Mainstream ist und alles man ist.
Was ist ein Individualist in einer Welt aus Individualisten?
Mainstream. Oder alles andere.
Ob vorwärts und rückwarts, ich schwimme im Stream der Einzigartigkeit.
Ich bin ich, so oder so. Mein Ziel ist nicht mehr das Andere, sondern das Meine.
Das ist befreiend, denn ich kann auf einmal tun was ich will.
Ich sage nicht mehr das will ich nicht. Ich frage:
Was will ich?

Soziale Arbeit und ich


Endlich habe ich begriffen, wirklich begriffen, was ich in der Sozialen Arbeit tue. Sie ist das Feld, in dem ich mich gegen Aussen trage, der Welt und den Menschen begegne. Aber sie beginnt nicht Aussen, sondern ganz Innen in mir selbst. Ich bin mein Werkzeug. Ich bin die Säge, mit der ich säge (und bin zuweilen Nervensäge). Ich bin der Hammer, mit dem ich den Nagel auf den Kopf treffen kann und bin zugleich der Nagel, der getroffen wird. Ich lerne in diesem Studium nicht primär den Umgang mit Menschen, sondern den Umgang mit mir selbst. Je souveräner ich mich erkennen und einsetzen kann, desto souveräner kann ich arbeiten. Ich kenne mich zwar niemals ganz, weil ich mich ständig verändere, aber ich denke über mich nach, zweifle an mir, probiere mich aus, verliere mich und gewinne mich dadurch. Es braucht Mut gewohnte Verhaltens- und Denkensmuster zu durchbrechen. Sich dieser Verunsicherung auszusetzen lohnt sich aber immer, denn aus ihr wächst schliesslich Klarheit und Stärke. Und mit dieser Klarheit und Stärke will ich den Menschen begegenen uns sie auch in ihnen wecken. Das ist Soziale Arbeit.

 

Ich bin nicht kreativ


Kreativität ist eine Eigenschaft lebender Systeme.
(Wikipedia)